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Am neuen Standort noch leistungsfähiger
Für Winterreifen geht nun die Post ab

RP Zeitung Ausgabe Viersen
 

 

 In den Werkstätten herrscht derzeit Hochkonjunktur. Um den Ansturm der Autofahrer zu bewältigen,

 beginnt die Arbeit am frühen Morgen.
 

 Süchteln. Momentan ist es hektisch. In der Montagehalle der Firma Fuß an der Tönisvorster Straße sind   alle Hebebühnen belegt. "Hochkonjunktur. Früher wurden die Winterreifen im November aufgezogen. Jetzt zieht sich das immer weiter in den Oktober rein", berichtet Werkstattleiter Vito Russomanno.

Seit 6.30 Uhr ist die acht Mann starke Truppe im Einsatz. 150 Fahrzeuge werden täglich durchgeschleust. An den Seiten stapeln sich Sommer-Reifen von Kunden, die in Außenlager eingelagert werden sollen. Glänzende Alufelgen in offenen Pappschachteln.

Mitarbeiter Sidney hat gerade einen Toyota hereingefahren und markiert mit gelber Fettkreide ihre Position am Fahrzeug. "VL" heißt vorne links und so weiter. Dann schnappt er sich den mit Druckluft betriebenen Schrauber und löst rundum an jedem Rad die vier Radmuttern mit einem lauten Rattern. Praktikant Patrick holt die Winterreifen aus dem Kofferraum, schält sie aus den Plastiktüten. Sidney greift mit beiden Händen nach dem Rad, zieht sie von der Achse. Zur Not hilft er mit einem Tritt nach. Manchmal sind die festgerostet Dann rollen die beiden die Reifen an die Montiermaschine.

Das Rolltor geht wieder hoch, Vito fährt einen orangefarbenen Transporter in die Mitte des Raumes. "Der ist zu groß für die Hebebühnen", begründet er die Aktion. Mit Mitarbeiter Stefan schiebt er zwei Wagenheber unter die Karosserie. Gleich wird der sich den Schrauber schnappen.

Derweil hat Sidney die Luft aus dem Reifen gelassen, das Ventil herausgedreht und die Wände des Reifens vom Felgendorn gelöst, das Rad auf den Montiertisch gehoben x05 acht bis zehn Kilo und die Felge waagrecht auf die Maschine gespannt. Der Arm mit dem Spannkopf senkt sich bis auf den Reifen. Mit einem Montierhebel hebt Sidney die engste Stelle des Reifens über die Felge und tritt auf ein Pedal. Die Maschine dreht sich, bis der Reifen runter ist. Viermal. Dann hält Patrick schon die Winterreifen parat. Jetzt geht es umgekehrt.

Wie in einer Choreographie laufen die Mitarbeiter kreuz und quer, haben aus den Augenwinkeln im Blick, wann die Maschinen frei sind und sie mit ihrer Aufgabe zum Zuge kommen. Sie organisieren sich auch schon mal Reifen aus dem Lager.

Patrick rollt die aufgeblasenen Reifen zum Toyota, setzt sie auf die Achse. "Sidney", ruft Vito, "kennt der Praktikant die Laufrichtung?" Die muss bei der Montage beachtet werden, aber Patrick hat den Reifen schon so gedreht, dass das pfeilförmige Profil mit der Spitze nach vorne zeigt. "Wenn der Praktikant die falsch montiert, mach` ich Dich dafür verantwortlich", warnt Vito.

Julian kommt vom Außenlager zurück und bringt die Reifen für den Transporter. "Sidney!", tönt Vitos Feldwebelstimme durch den Raum. Der zuckt entschuldigend die Achseln. Die Reifen an dem Toyota sind fertig montiert. "Ich kann den Wagen nicht rausfahren, der Transporter ist im Weg!" Ein Argument, dem sich Vito nicht entziehen kann. Bis die Vorderreifen montiert sind, findet Sidney trotz Hochkonjunktur Zeit, sein Butterbrot zu essen.
 

 

11.11.06
Von Susanne Böhling
 

 

 

 

 

   
   
   

 

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